Haftanstalten in Kolumbien
Stand: Juli 2026
INPEC und Gesamtlage
Der kolumbianische Strafvollzug wird vom Instituto Nacional Penitenciario y Carcelario (INPEC) verwaltet. Er umfasst etwa 100.000 Inhaftierte (Stand 2023/2024) bei einer offiziellen Kapazität von rund 81.000 Plätzen — eine Belegungsquote von etwa 124 %. Die Corte Constitucional hat den Vollzug in T-153/1998, T-388/2013 und T-762/2015 wiederholt als estado de cosas inconstitucional erklärt.
La Picota (Bogotá)
Die Establecimiento Penitenciario y Carcelario de Alta y Mediana Seguridad (EPAMSCAS) La Picota in Bogotá ist die wichtigste Hochsicherheitsanstalt für ausgelieferte Personen und politisch prominente Häftlinge. Sie verfügt über mehrere Sektoren unterschiedlicher Sicherheitsstufen.
La Tramacúa (Valledupar)
Die EPAMSCAS Valledupar, gemeinhin La Tramacúa genannt, war wiederholt Gegenstand nationaler und internationaler Verfahren — die kolumbianische Corte Constitucional setzte dem Staat mit Urteil T-282/2014 eine einjährige Frist, die menschenunwürdigen Zustände (insbesondere die Wasserversorgung) abzustellen. Wegen Hitze, Wasserknappheit, mangelnder medizinischer Versorgung und Misshandlungsvorwürfen wurde sie zum Symbol der Defizite im kolumbianischen Vollzug. Die Zustände in La Tramacúa waren zudem Gegenstand von Eingaben kolumbianischer Menschenrechtsorganisationen an UN- und interamerikanische Gremien.
Weitere relevante Anstalten
Cómbita (Boyacá) ist die zentrale Hochsicherheitsanstalt für ehemalige Paramilitärs und FARC-Kommandanten. La Modelo (Bogotá) hat eine lange Geschichte interner Gewalt und Massaker. Itagüí (bei Medellín) beherbergt traditionell verurteilte AGC- und Sinaloa-verbundene Häftlinge.
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