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Haftanstalten in Kolumbien

INPEC und Gesamtlage

Der kolumbianische Strafvollzug wird vom Instituto Nacional Penitenciario y Carcelario (INPEC) verwaltet. Er umfasst etwa 100.000 Inhaftierte (Stand 2023/2024) bei einer offiziellen Kapazität von rund 81.000 Plätzen — eine Belegungsquote von etwa 124 %. Die Corte Constitucional hat den Vollzug in T-153/1998, T-388/2013 und T-762/2015 wiederholt als estado de cosas inconstitucional erklärt.

La Picota (Bogotá)

Die Establecimiento Penitenciario y Carcelario de Alta y Mediana Seguridad (EPAMSCAS) La Picota in Bogotá ist die wichtigste Hochsicherheits­anstalt für ausgelieferte Personen und politisch prominente Häftlinge. Sie verfügt über mehrere Sektoren unterschiedlicher Sicherheitsstufen.

La Tramacúa (Valledupar)

Die EPAMSCAS Valledupar, gemeinhin La Tramacúa genannt, ist Gegenstand provisorischer Maßnahmen der Inter-Amerikanischen Menschenrechts­kommission (IACHR PM 2009). Wegen Hitze, Wasserknappheit, mangelnder medizinischer Versorgung und Misshandlungs­vorwürfen wurde sie zum Symbol der Defizite im kolumbianischen Vollzug. Auch der UN-Sonderberichterstatter Juan E. Méndez hat die Anstalt 2017 besucht.

Weitere relevante Anstalten

Cómbita (Boyacá) ist die zentrale Hochsicherheits­anstalt für ehemalige Paramilitärs und FARC-Kommandanten. La Modelo (Bogotá) hat eine lange Geschichte interner Gewalt und Massaker. Itagüí (bei Medellín) beherbergt traditionell verurteilte AGC- und Sinaloa-verbundene Häftlinge.

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