Oberlandesgericht (OLG) im Auslieferungsrecht
Stand: Juli 2026
Zuständigkeit
Das Oberlandesgericht (OLG) ist nach § 13 IRG erstinstanzlich und abschließend für Auslieferungssachen zuständig. Eine Revision zum BGH ist nicht statthaft; einzige weitere Instanz ist das BVerfG (Verfassungsbeschwerde). Örtlich zuständig ist grundsätzlich das OLG, in dessen Bezirk der Verfolgte ergriffen wurde oder sich aufhält.
Verfahrensgang
Das Verfahren gliedert sich in: (1) Auslieferungshaft nach § 15 IRG auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft (vor Eingang des förmlichen Ersuchens kommt eine vorläufige Auslieferungshaft nach § 16 IRG in Betracht), (2) Anhörung des Verfolgten, (3) Zulässigkeitsentscheidung durch Beschluss. Das OLG prüft ausschließlich die rechtliche Zulässigkeit; die politische Entscheidung über die Bewilligung trifft das Bundesamt für Justiz (Bewilligungsverfahren).
Prüfungsmaßstab
Das OLG prüft u.a. beiderseitige Strafbarkeit, Auslieferungshindernisse nach §§ 2–11 IRG (insbesondere §§ 6–9a IRG) sowie Grundrechte aus Art. 3 EMRK und der GRCh. Im EuHb-Verfahren gelten die strengeren Anforderungen des Rahmenbeschlusses 2002/584/JI. Bei systemischen Mängeln im Ausstellungsstaat ist das OLG zur vertieften Prüfung verpflichtet (EuGH, Aranyosi/Căldăraru).
Rechtsbehelfe
Gegen den Zulässigkeitsbeschluss ist keine Beschwerde statthaft. Der Verfolgte kann jedoch Verfassungsbeschwerde zum BVerfG erheben und — bei drohender EMRK-Verletzung — eine einstweilige Anordnung des EGMR beantragen (Rule 39). Innerhalb des OLG-Verfahrens ist Antrag auf Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls (§ 24 IRG) möglich.
Fragen zum Auslieferungsverfahren?
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